Verfasst von
Federer Foundation
15 April 2026
Auf dem Weg zu nachhaltigen, bewegungsfreundlichen Wohnumgebungen
In der Schweiz hat unsere Arbeit im Bereich der Bewegungsförderung bei Kindern eine einfache Wahrheit bestätigt: Kinder brauchen Raum, um sich in der Nähe ihres Zuhauses bewegen und spielen zu können. Seit 2022 unterstützen wir mit der Initiative Early Moves und unter anderem in Partnerschaft mit SpielRaum, Verbesserungen von Aussenräumen im Wohnumfeld. Wir stellen praktische Orientierungshilfen zur Verfügung, damit zentrale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger wie Gemeinden und Eigentümerschaften kinderfreundliche Räume nachhaltig verankern können.
Einzelne Projekte sind jedoch nicht in der Lage, die umfassenden Bedingungen, die den Alltag von Kindern prägen, zu verändern. Viele Kinder verbringen heute weniger Zeit im Freien, insbesondere in dicht besiedelten städtischen Gebieten mit wenigen sicheren und zugänglichen Spielmöglichkeiten. Dabei bieten gerade die Räume direkt vor den Wohnungen von Kindern grosse Chancen.
Unser Fokus hat sich deshalb von punktuellen Verbesserungen hin zu langfristigem Systemwandel verschoben. Auf Gemeindeebene unterstützen wir stärkere Standards bei Planungen und Zonenregelungen für spielfreundliche Wohngebiete. Bei Immobilienverwaltungen fördern wir kinderfreundliche Hausordnungen, die das Spielen im Freien ausdrücklich erlauben und unterstützen. Dieser Ansatz baut auf bestehendem Fachwissen auf und zielt darauf ab, kinderfreundliche Aussenräume für kommende Generationen zu fördern.

Kinder aus dem Quartier beteiligen sich gemeinsam mit ihren Eltern am
Bau von Spielelementen in Suhr, Schweiz © SpielRaum
Was wir gelernt haben:
- 1
Dauerhafte Wirkung erfordert Systemintegration statt isolierter Einzelprojekte.
Nachhaltige Veränderung entsteht, wenn Ansätze in bestehende Politiken, institutionelle Strukturen und Planungsprozesse eingebettet werden. - 2
Die Abstimmung mit staatlichen Prioritäten beschleunigt die Akzeptanz und Verbreitung.
Wenn Initiativen nationale und lokale Zielsetzungen unterstützen, entsteht eine stärkere Identifikation und die langfristige Übernahme wird wahrscheinlicher. - 3
Starke institutionelle Partnerschaften sind entscheidend für Nachhaltigkeit.
Die Zusammenarbeit mit öffentlichen Systemen und etablierten Akteuren verringert die Abhängigkeit von externen Programmen und baut tragfähige Kapazitäten auf.
- 4
Kontext ist entscheidend.
Lösungen müssen lokal bedeutsam sein und von denjenigen mitgestaltet werden, die sie umsetzen und erleben, damit Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und langfristige Tragfähigkeit sichergestellt sind.
- 5
Nachhaltige Veränderung braucht Zeit.
Vertrauen, Geduld und kontinuierliche Investitionen sind notwendig, um von Pilotvorhaben zu einer fest verankerten, systemischen Praxis zu gelangen.



