Verfasst von
Federer Foundation
15 April 2026
Integration von STELA in das nationale Bildungssystem
Die Integration des Instruments «Smart Tablet Early Learning Assessment» (STELA) in die Ausbildung von Lehrpersonen vor ihrem Berufseinstieg markiert einen bedeutenden Moment und eine Vertiefung dessen, was sich bereits als wirksam erwiesen hat.
STELA wurde 2019 als Teil der Schulbereitschaftsinitiative in enger Zusammenarbeit mit der University of Zimbabwe und mit Unterstützung des Ministry of Primary and Secondary Education entwickelt. Das Instrument wurde von lokalen Fachpersonen für frühkindliche Entwicklung konzipiert und von Lehrpersonen sowie Eltern aus ländlichen, landwirtschaftlich geprägten und urbanen Communities mitgestaltet. Es unterstützt Lehrkräfte im Bereich Early Childhood Development (ECD) dabei, zu überwachen, ob Kinder entwicklungsentsprechend auf Kurs und bereit für die 1. Klasse sind. Seither wurde STELA über berufsbegleitende Weiterbildungen eingeführt, erreichte mehr als 1’100 Primarschulen und stiess auf starke Akzeptanz bei Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Bildungsbeauftragten.
Doch dieser Prozess verlief nicht geradlinig, sondern war geprägt von vielen Lernschritten unterwegs.
Die frühe Umsetzung zeigte, dass Lehrpersonen STELA zwar schätzten, die Nutzung jedoch je nach Qualität der Weiterbildung, ihrer Sicherheit im Umgang mit Technologie und dem verfügbaren institutionellen Rückhalt stark variierte. Eine Verbreitung allein über die berufsbegleitende Weiterbildung erwies sich als ressourcenintensiv und kaum nachhaltig. Diese Realitäten schärften unseren Fokus auf die Integration auf Systemebene als gangbarsten Weg zu langfristiger Wirkung.
Was wir früh gelernt haben, war klar: Instrumente allein – selbst die innovativsten – bewirken noch keinen Wandel. Wirkung beschleunigt sich, wenn praktische Weiterentwicklungen in Systeme eingebettet, von Institutionen getragen und auf nationale Prioritäten abgestimmt sind. Die Fokussierung von STELA auf Schulbereitschaft, dateninformierten Unterricht und einen angemessenen Technologieeinsatz fand in Simbabwe aufgrund der staatlichen Ambitionen in Bezug auf Bildungsqualität und Innovation grossen Anklang. Diese Übereinstimmung wurde 2023 auch formell anerkannt, als STELA auf der «Presidential Innovation Fair» einen nationalen Innovationspreis erhielt.
Aufbauend auf dieser Dynamik markierte das Jahr 2025 eine neue Phase. STELA wurde nun in die Ausbildungsgänge aller 14 vordienstlicher Lehrpersonenbildung des Landes integriert. Drei neue Module, die auf der Schulbereitschaftsinitiative aufbauen, werden in den nationalen Lehrplan aufgenommen und stellen sicher, dass künftige ECD-Lehrpersonen ihr Studium mit den Fähigkeiten, Haltungen und Instrumenten abschliessen, die sie benötigen, um das frühe Lernen von Kindern vom ersten Tag an zu unterstützen. STELA ist auch Bestandteil des «Work Integrated Learning», sodass angehende Lehrpersonen das Beurteilungsinstrument und die Methoden bereits praktisch im Unterricht anwenden und damit arbeiten können.
Kinder lernen spielerisch auf dem farbenfrohen Schulhof ihrer Schule im Distrikt Zvimba, Mashonaland West, Simbabwe
Dieser Wandel von projektbasierten Ansätzen hin zur Systemintegration gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen für unsere zukünftige Strategie. Durch die Zusammenarbeit mit Ministerien, Lehrpersonenausbildungsinstitutionen und Universitäten hat Simbabwe gezeigt, dass langfristige Partnerschaften eine nachhaltige Wirkung sichern und damit die Abhängigkeit von externen Programmen verringern können. Jedes Jahr werden nun mehr als 3’000 neu ausgebildete ECD-Lehrpersonen in Klassenzimmer eintreten, die bereits mit STELA und zeitgemässen Ansätzen zur Schulbereitschaft vertraut sind – und damit Tausende mehr Kinder erreichen, als es eine einzelne Initiative je könnte.
Wir haben ausserdem gelernt, dass die Anpassung der Lösungen an den jeweiligen Kontext entscheidend ist. Die Entwicklung und Einführung von STELA gingen einher mit einem Fokus auf kulturell bedeutsame, lokal produzierte Lern- und Spielmaterialien. Dadurch wird es für die Kinder und Lehrpersonen relevanter und fördert gleichzeitig Nachhaltigkeit und lokale Innovation innerhalb des Bildungssystems.
Mit Blick in die Zukunft bietet Simbabwe ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie fundierte Erkenntnisse, Vertrauen und Geduld politische Veränderungen bewirken können. Es bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass dauerhafte Wirkung dann entsteht, wenn wir uns gemeinsam mit den Systemen weiterentwickeln – indem wir Bewährtes stärken, genau hinhören und langfristig investieren. Diese Erkenntnisse sind ein wesentlicher Bestandteil unserer neuen Strategie, mit der wir uns auch in Zukunft auf eine tiefgreifendere und nachhaltigere Wirkung für Kinder konzentrieren.


